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Konzept in Vorbereitung / Grundstückseigentümer-Sprecher warnen vor negativen Folgen einer Klage

Erhöht Bürgerwindpark die Akzeptanz?

Emmerthal. Erstmals wenden sich zum Thema Windkraft die Eigentümer der für die Anlagen vorgesehenen Flächen und das Planungsbüro gemeinsam zu Wort. Sie rühren die Werbetrommel, um die Anlagen zwischen Grohnde und Kirchohsen als Bürgerwindkraft zu konzipieren – und warnen vor den Folgen einer Klage.

veröffentlicht am 06.11.2015 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

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Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Sprecher der Eigentümer-Gemeinschaft, die Flächen für Windkraftanlagen zwischen Kirchohsen und Grohnde zur Verfügung stellen wollen, warnen vor den Folgen einer Klage gegen den Flächennutzungsplan. Sollte diese erfolgreich sein, könnten überall im Gemeindegebiet Anlagen errichtet werden. Damit werde das Gegenteil dessen erreicht, was durch die Planungen für drei Konzentrationsflächen eigentlich vermieden werden sollte: Wildwuchs, wie er in Coppenbrügge zu erleben sei, sagt Klaus Frede, einer der Sprecher. Das wäre „eine fatale Entwicklung für die gesamte Gemeinde Emmerthal“.

Wie berichtet, prüft die Bürgerinitiative „Keine Windkraft im Emmertal“ den juristischen Weg, um gegen den Ratsentscheid zu den Planungen vorzugehen. Ihr Protest richtet sich besonders gegen das Gebiet zwischen Kirchohsen und Grohnde. Frede schätzt die Wahrscheinlichkeit aber sehr hoch ein, dass auch ohne einen Flächennutzungsplan die Anlagen realisiert würden, da die Planungen von Projektierern weit fortgeschritten seien und die Zustimmung vieler Eigentümer vorliegen würden. Hinzu kämen dann aber noch weitere Flächen, die bislang nicht dafür vorgesehen seien.

Die Sprecher der Gemeinschaft aus rund 30 Grundstückseigentümern rühren nun zusammen mit dem Planungsbüro die Werbetrommel, um die Akzeptanz in der Einwohnerschaft für die Windräder zu erhöhen, indem sie als Bürgerwindpark geplant werden. Das sei auch von Anfang an im Interesse der Eigentümer-Sprecher gewesen, die bereits seit Anfang des Jahres mit verschiedenen Planungsbüros gesprochen hätten. Wegen der Art der Zusammenarbeit bis hin zu den professionellen Strukturen habe das Unternehmen „Ebert Erneuerbare Energien“ mit Sitz in Kiel und Cremlingen bei Braunschweig den Zuschlag bekommen, wie Hans Sporleder-Busse als weiterer Sprecher der Eigentümer sagt. Auch weil es direkter Ansprechpartner und langfristiger Betreiber der Anlagen sei. „Besonders hat uns das Konzept der Bürgerbeteiligung überzeugt“, sagt er.

„Für eine breite Beteiligungsstruktur ist es wichtig, dass sich jeder Bürger bereits mit geringen Summen an dem Bürgerwindpark beteiligen kann“, meint Dr. Tim Ebert, Geschäftsführer des Unternehmens. Zusammen mit dem Eigentümer-Sprecherkreis erarbeitet es derzeit ein Konzept. Erste Informationen zu den Planungen soll es demnächst auf einer Internetseite geben.

Frede räumt mit Blick auf Entgelte ein, dass die Grundstücke der Eigentümer „natürlich eine Wertsteigerung“ durch die Anlagen erleben werden. Aber es bedeute auch eine Belastung. Letztendlich sei es den Eigentümern darum gegangen, mit dem besten auszuwählenden Unternehmen auch gute Grundlagen für eine künftige Windkraftnutzung zu schaffen, nachdem die Fläche dafür im Gespräch gewesen sei.

Diplom-Geograf Christian Nowack, für das Unternehmen als Projektentwickler zuständig, erläutert die weiteren Planungen. Derzeit würden die Antragsunterlagen für die acht Anlagen vorbereitet. Eine Genehmigung werde für nächstes Jahr erhofft, wobei die Erfahrung zeige, dass die Zahl der Anlagen eingeschränkt werden könnte. Er widerspricht den Vorwürfen der Gegner, dass die Windhöfigkeit des Areals nicht ausreichend sei – selbst das für die Gemeinde tätige Planungsbüro hatte es als nicht optimal bezeichnet. Neu entwickelte Anlagen würden aber dazu beitragen, dass sie dort wirtschaftlich betrieben werden könnten, entgegnet der Diplom-Geograf. Dabei verlasse sich das Unternehmen nicht nur auf eigene Berechnungen. Ein externes Gutachterbüro hätte diese bereits für das Gebiet zwischen Kirchohsen und Grohnde bestätigt. Nach seinen Angaben würden die Banken als Kreditgeber sogar zwei Ertragsgutachten von anerkannten und unabhängigen Gutachtern fordern. Nowack: „Da muss man auf Nummer sicher gehen.“

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