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Drei Bereiche im Gemeindegebiet bestätigt / Fachbüro untersuchte 16 Flächen

Das sind die Windkraft-Standorte

Emmerthal. Über Monate behandelten Politik und Verwaltung die neuen Standorte für Windenergieanlagen in der Gemeinde Emmerthal wie ein Geheimnis, obwohl unsere Zeitung die drei Bereiche bereits benannt hatte. Nun sind die Pläne öffentlich – und bestätigen die Vorranggebiete, die nahe Börry und Bessinghausen, Grohnde und Lüntorf vorgesehen sind. Mit einer Fachausschusssitzung am morgigen Donnerstag beginnt „die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit“, wie es im Verfahrensdeutsch heißt. Sprich: Die Einwohner können sich aus erster Hand über die Pläne und Ziele des Verfahrens informieren und anschließend schriftliche Stellungnahmen abgeben. Sie sollen in die weiteren Planungen einfließen.

veröffentlicht am 02.07.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 21.04.2015 um 15:32 Uhr

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Dem Vernehmen nach haben sich die Politiker monatelang hinter verschlossenen Türen mit den Standorten befasst, um angesichts der nicht unumstrittenen Anlagen mit einer Stimme aufzutreten. Das soll nach Informationen aus Teilnehmerkreisen sogar dazu geführt haben, dass im Ilsetal eine weitere Fläche für Windräder akzeptiert wird. Besonders dort gilt die Bereitschaft der Einwohner als ausgereizt. Zwar beteiligen sich viele an den bislang einzigen Anlagen des Bürger-Windkraftprojektes auf dem „Kleinen Berg“ bei Börry, doch kamen zuletzt in unmittelbarer Nachbarschaft auf Holzmindener Gebiet zahlreiche Rotoren bei Esperde hinzu.

Konzentrationsfläche A zwischen Börry und Bessinghausen: Das Areal bildet mit 21 Hektar das kleinste und liegt unterhalb des Höhenzuges Hasselburg. Von Bessinghausen sei es nur teilweise einzusehen, so dass die Einwohner wenig von den optischen Auswirkungen betroffen seien, meinen die Planer. Hingegen fiele der Blick aber von Börry auf den Standort, allerdings werde der Ortsteil nicht von Windrädern eingekreist.

Konzentrationsfläche B bei Grohnde: Dort sind 159 Hektar vorgesehen, die westlich des Ortes in Richtung Scharfenberg liegen. Ein Teil davon liegt in einem Waldeinschnitt, so dass dieser von Grohnde nicht direkt einsehbar sei. Das zweite Teilstück befindet sich zwar im Blickwinkel der Einwohner, ist aber ohnehin etwa durch technische Infrastruktur vorbelastet.

Konzentrationsfläche C bei Lüntorf: Auf der Hochebene herrschen nun einmal beste Voraussetzungen für die Windräder. Und trotz der Bedenken wegen des Landschaftsbildes urteilen die Planer über das 52 Hektar große Gebiet: Wegen einer Anhöhe zum Dorf hin seien die Anlagen von Lüntorf aus kaum zu sehen.

Das Berliner Fachbüro hatte insgesamt 16 Flächen im Gemeindegebiet untersucht. Die meisten schieden aber aus, weil sie kleiner als 15 Hektar sind. Nur Bereiche, in denen mehrere Windkraftanlagen errichtet werden könnten, gelten als Konzentrationsflächen. Hinzu kamen Umweltaspekte. Beispielsweise schied eine fast 100 Hektar große Fläche nordöstlich von Esperde aus. Obwohl sie für die Windkraft optimale Bedingungen bietet, sehen die Planer erhebliches Konfliktpotenzial wegen der Bedeutung für Natur und Landschaft. Beste Voraussetzungen hätten sich auch östlich von Hajen ergeben. Allerdings: Der Bereich sei bislang unvorbelastet und darüber hinaus durch die Hanglage von mehreren Ortsteilen voll einzusehen, urteilen die Planer.

Die Einwohner sind eingeladen, sich bei einer Sitzung des Ausschusses für Ordnung, Liegenschaften, Brandschutz und Bauen über Einzelheiten zu informieren. Die Sitzung findet am Donnerstag, 3. Juli, ab 17 Uhr wegen des zu erwartenden großen Interesses in der „Kleinen Kultur(n)halle“, Neue Straße 27, statt. Auch die Ortsräte nehmen an der Sitzung teil. cb

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