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Flächen für neue Windräder vorgeschlagen

Daher weht der Wind!

Aerzen. Ein kleines bisschen Wehmut schwang schon mit, als der Vorsitzende des Ausschusses für Bau-, Straßen-, Verkehrs- und Umweltangelegenheiten, Friedel-Curt Redeker, am Dienstagabend eingestehen musste: „Im Vergleich zu dem, was vor 14 Jahren hätte ausgewiesen werden können, bleibt heute nicht mehr viel übrig.“ Reinhard Preis von dem mit der Untersuchung möglicher neuer Standorte für Windkraftanlagen im Flecken Aerzen beauftragten Planungsbüro hatte eine gute Stunde lang referiert, hatte die zahlreich erschienenen Bürger und Ratsmitglieder vertraut gemacht mit „landschaftsprägenden Biotopen“, „immissionsschutzrechtlichen Abständen“ und „kleinflächigen Elementen“. Und am Ende mit der etwas bitteren Erkenntnis aufgewartet: Nach Einbeziehung aller Ausschlusskriterien verbleiben im Gemeindegebiet drei Flächen, auf denen Windenergieanlagen errichtet werden könnten.

veröffentlicht am 05.06.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 14:01 Uhr

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Wiebke Kanz

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Wiebke Kanz Reporterin (in Elternzeit) zur Autorenseite
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Bitter ist dieses Ergebnis vor allem deshalb, weil auf der gleichen Untersuchungsbasis 14 Jahre zuvor ganze 21 Flächen als mögliche Standorte infrage kamen, von denen schließlich vier als Vorranggebiete ausgewiesen wurden. Während sich die Stadt Hameln seit mittlerweile eineinhalb Jahrzehnten schwertut, Vorranggebiete auszuweisen und sich im gesamten Stadtgebiet bis heute kein einziges Windrad dreht, wandeln in Aerzen bereits seit mehr als zehn Jahren sieben größere Anlagen Windenergie in Strom um.

Dass von den verbliebenen 17 Flächen nun nur drei geblieben sind, begründet Preis mit geänderten Voraussetzungen: Seit der letzten Änderung des Flächennutzungsplanes im Jahr 1999 seien zum einen die Überschwemmungsgebiete ausgeweitet worden, zudem habe das Land neue Abstandsregelungen getroffen. „Zwischen einzelnen Anlagen müssen heute Fünf-Kilometer-Abstände liegen, damit sie das Landschaftsbild nicht dominieren“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Zudem müssten Abstände zu Wohngebieten eingehalten werden (1000 Meter), Kippabstände (200 Meter) sowie Entfernungen berücksichtigt, um Lärm und Schlagschatten in bebauten Gebieten zu vermeiden (bis zu 750 Meter). Auch Naturschutz- und Erholungsgebiete spielten in den 1990er Jahren noch keine herausgehobene Rolle.

Im Aerzener Bauausschuss einigte man sich nun darauf, die konkrete Nutzung der möglichen Vorranggebiete zur Diskussion zu stellen. Es handelt sich dabei um eine 133 Hektar große Fläche südlich von Dehmkerbrock sowie um zwei kleinere Areale östlich von Multhöpen (38 Hektar) und östlich von Dehmke (13 Hektar). Eine favorisierte vierte Fläche, den Außenlandeplatz der Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg auf dem Schierholzberg, stehe zur Zeit noch nicht zur Verfügung. Aerzens ehemaliger Gemeindedirektor Peter Bartels hatte bereits Ende der 1990er Jahre Interesse an dem militärischen Gelände angemeldet. Der Bund jedoch hält an dem Pachtvertrag für die ehemalige Nato-Raketenbasis nach wie vor fest – stellt jedoch in Aussicht, das Gelände „irgendwann aufgeben zu wollen“. „Die Fläche wäre ideal, sowohl was den Standort als auch die vorhandene Infrastruktur anbelangt“, sagt Ratsherr Redeker. Insofern würden alle Entscheidungen für oder gegen die Ausweisung neuer Vorranggebiete unter der Voraussetzung getroffen, die Option auf die Nutzung der Militäranlage nicht zu verbauen.

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14 Jahre nach der ersten Ausweisung von Windkraft-Flächen ergab nun eine Untersuchung: Drei Areale stünden im Flecken Aerzen für den Bau von Anlagen zur Verfügung.Wal

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