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Appetit auf Geflügel für das Weihnachtsmenü ungebrochen

Die Gans gibt den Ton an

HAMELN. Einer Statistik zufolge gibt Geflügel beim Weihnachtsmenü den Ton an. Bei etwa 47 Prozent der Deutschen kommt zumindest am ersten Weihnachtstag ein Geflügelbraten auf den Tisch – allen voran Gans und Ente, und dann folgt Pute. Halten die Deutschen aber auch in diesem Jahr an der Geflügeltradition zu Weihnachten fest? Oder lassen sie sich abschrecken durch die Vogelgrippe, die immer mehr in die Schlagzeilen gerät?

Autor

Christiane Stolte Reporterin

Die Geflügelhändler auf dem Wochenmarkt haben bislang von einer Kaufzurückhaltung noch nichts bemerkt. „Das Kaufverhalten hat sich aber trotzdem verändert, denn viele Kunden kaufen ihr Weihnachtsgeflügel eher als sonst“, betont Landwirt Wolfgang Benditte. In der Befürchtung, die Vogelgrippe könnte demnächst auch im Landkreis Hameln-Pyrmont auftreten, habe sich ein Großteil der Kundschaft vorsorglich mit Geflügel eingedeckt, um es zu Hause in der Tiefkühltruhe zu lagern. Ob sich die Leute nun nach Einführung der Stallpflicht abschrecken lassen, bleibe abzuwarten.

Auch Hartwig Fischer kann bislang nicht klagen über mangelndes Kaufverhalten. „In der Befürchtung, die Vogelgrippe könnte bald auch in unserem Landkreis auftreten, haben sich viele Leute schon mit Geflügel versorgt“, so der Landwirt. Ob das Kaufverhalten nun seit der Einführung der Stallpflicht zurückgehen werde, könne er erst nach einigen Markttagen sagen. Ähnliches war auch von den anderen Geflügelhändlern zu hören. Ihr Fazit: „Die Kunden sind kritisch und erkundigen sich nach der Tierhaltung, lassen sich derzeit aber nicht den Appetit auf Geflügel verderben.“ Sollte der Landkreis von der Vogelgrippe verschont bleiben, was natürlich alle hoffen, werden Gans, Ente & Co vermutlich auch an diesem Weihnachtsfest den Ton angeben.

Warum ist ausgerechnet Gans zu Weihnachten so beliebt? Der Ursprung geht auf den katholischen Brauch der Martinsgans zurück, die vor Beginn der adventlichen Fastenzeit am 11. November gegessen wird. Am Heiligabend endet die Fastenzeit, und einem Gänsebraten steht nichts mehr im Weg.

  • Wolfgang Benditte verkauft sein Geflügel gleich abgepackt im Beutel. Foto: sto
Information

Rezept: Klassische Weihnachtsgans

Zutaten: Für 8 Portionen

1 Gans, (5 bis 6 kg, bratfertig), 1 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel edelsüßes Paprikapulver, 2 Äpfel, 2 Zwiebeln, 2 Stangen Staudensellerie, 3 Stiele Thymian, 3 Stiele Salbei. 4 Zweige Beifuß.

Garzeit: 3,45 Stunden.

Zubereitung: .Die Gans mit Salz und Paprikapulver einreiben. Äpfel, Zwiebeln und Staudensellerie klein schneiden. Thymian, Salbei und Beifuß grob klein schneiden. Äpfel, Gemüse und Kräuter mischen und die Gans damit füllen. Die Öffnung der Bauchhöhle mit Holzspießchen verschließen und mit Küchengarn fixieren. Keulen locker zusammenbinden. Den Backofen auf 180 Grad (Gas 2-3, Umluft nicht empfehlenswert) vorheizen. Die Gans mit der Brustseite nach unten in eine Saftpfanne legen, 200 ml Wasser angießen, auf der 1. Schiene von unten 45 Minuten garen. Die Gans wenden und in 3 Stunden bei 180 Grad zu Ende garen, dabei immer wieder mit insgesamt 600 ml leicht gesalzenem Wasser begießen. Nach der Hälfte der Garzeit Bratfond und ausgetretenes Fett abgießen und auffangen, damit die Saftpfanne nicht überläuft. 15 Minuten vor Ende der Garzeit die Ofentemperatur auf 220 Grad (Gas 3-4) erhöhen. Gans herausnehmen, restlichen Fond und Fett zur bereits aufgefangenen Flüssigkeit gießen und mithilfe einer Fettkanne Fond vom Fett trennen, Fett entsorgen. Gans im 140 Grad heißen Ofen (Gas 1) warm halten. Zum Servieren den Fond mit der Sauce aufkochen und die Gans mithilfe eines Tranchierbestecks zerteilen. Dazu passen Klöße und Rotkohl. Die Füllung nicht servieren – sie sorgt lediglich für das Aroma.

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